Alumni-Chor Konzert "Music Colours Your Life!"

Das Ensemble mit Dirigent/inn/en

Nur wenige Plätze waren überhaupt noch verfügbar, als am Freitag, 23.3.2018, in den legendären Mozartsälen das Konzert des Alumni-Chores gemeinsam mit den Skyliner, der Bigband der Universität  begann. Passend zum Frühlingsbeginn wurden die Gäste zu einem unterhaltsamen musikalischen Abend der besonderen Art begrüßt. Der Alumni-Chor Universität Hamburg und die Skyliner Jazz-Bigband der Universität hatten sich erstmalig zusammengefunden. Music Colours Your Life! Jazz Meets Classic! Unter diesem Motto stand der Abend, an dem A-cappella-Musik und Bigband-Musik aufeinander trafen.

Im ersten Teil des Programms präsentierte der Alumni-Chor unter der Leitung von Lea Wolpert abwechslungsreiche  A-cappella-Musik aus ganz unterschiedlichen Epochen. Das Werk „Verleih uns Frieden“ von Heinrich Schütz (1585-1672), einem der bedeutendsten Komponisten des Frühbarock, war von seinem Entstehungszeitpunkt her das älteste, aber von der Thematik her auch in der heutigen Zeit hoch aktuell. Der Chor begeisterte das Publikum weiterhin mit sehr verschiedenartigen Werken, sei es das „Cantate Domino“ des walisischen Komponisten, Saxophonisten und Oboisten Karl Jenkins, die Vertonung des bekannten Mörike-Gedichtes „Der Feuerreiter“ von Hugo Distler oder zwei in hebräischer Sprache vorgetragene Musikstücke. „Esso enai“ eine Vertonung des Psalm 121 des von den Nazis verfolgten Komponisten Jakob Kaufmann war ebenso zu hören wie die Chorfassung des traditionellen Israelischen Volkstanzes „Lech Lamidbar“.

Dann betraten die Skyliner die Bühne und das Konzert nahm seinen Fortgang mit zwei gemeinsamen Stücken der beiden Ensembles, nun unter der Leitung von Andreas Böther. Hatte das Publikum bisher andächtig den stimmig vorgetragenen A-cappella-Werken gelauscht, so wurde es jetzt in die Welt der Bigband-Musik entführt, Bigband zusammen mit dem bereits gehörten Alumni-Chor. Schon beim ersten gemeinsamen Stück, der bekannten „Moonlight Serenade“ von Glenn Miller sprang der Funke über. Das eben noch andächtig lauschende Publikum begann im Rhythmus der Musik mit zu wippen. Als dann das letzte Stück vor der Pause ertönte, das weithin bekannte „Chattanooga Choo Choo“, swingten sowohl die Gäste im Saal als auch die Chorsängerinnen und – sänger im Einklang mit der Bigband. Eine gelungene erste Hälfte, wie man den zahlreichen Kommentaren in der Pause entnehmen konnte.

Die zweite Hälfte des Konzertes war erst einmal geprägt durch die Interpretationen der Bigband. Die wunderbaren Arrangements „Hayburner“ und „Marguerite“ von Sammy Nestico, dem mehrfach ausgezeichneten amerikanischen Jazz-Musiker, begeisterten das Publikum. Immer wieder gab es Szenenapplaus für die Solomusiker der Band, sei es am Saxophon, Klavier oder sonst ein Solinstrument. Das wiederholte sich bei den weiteren Stücken, sei es „The Jody Grind“ von Horace Silver, A Foggy Day, Left my heart“ von Cory/Cross, „Every Summer Night“ von Metheny, „In a Mellotone“ von Duke Ellington oder „The Jazz Police„ von Gordin Goodwin. Alle Stücke wurden sehr kurzweilig, ergänzt durch teils persönliche Anekdoten, von Andreas Böther eingeführt und von seiner Bigband mitreißend interpretiert. Aus Sicht des Publikums hätte es stundenlang weitergehen können. Aber jedes Konzert neigt sich einmal dem Ende, so auch dieses. Als abschließender Höhepunkt interpretierten noch einmal beide Ensembles gemeinsam „Music“ von John Miles. Gesungene Teile, von der Bigband stimmungsvoll begleitet, wechselten sich ab mit eher rockigen Instrumentalabschnitten. Das Publikum war angerührt, man konnte viele lauschende Menschen mit immer wieder geschlossenen Augen sehen. Zum Schluss gab es lang anhaltenden begeisterten Applaus, der Chor und Bigband davon überzeugte, eine Zugabe zu geben. Mit „Chattanooga Choo Choo“ zum zweiten wurde ein sehr zufriedenes Publikum in das Wochenende entlassen.

(Text von Angelika Rudolph)

Dienstag, 03. April 2018